
Dabei sind wir auf sehr erschreckende Informationen gestoßen, u.a. am Beispiel der Modeindustrie in Bangladesch. Unter welchen Bedingungen dort unsere Kleidung hergestellt wird, wie wenig Lohn die Arbeiter dafür erhalten, dass sie auch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und wie achtlos und verantwortungslos mit schädlichen Substanzen umgegangen wird - das alles und noch mehr war uns nicht bewusst.
In einem anderen Video bekamen wir einen Einblick in die Herstellung von Fußballschuhen und dass Kinderarbeit in anderen Teilen der Welt ganz normal ist. Wir waren schockiert.
Und das war für uns als Projektgruppe wahrscheinlich die größte Erkenntnis: Wir machen uns zu wenige Gedanken! Wir denken gar nicht darüber nach, was unser Modeverhalten für andere Menschen und auch für die Umwelt bedeutet.
Mit diesen Informationen im Gepäck besuchten wir zwei Geschäfte in Voitsberg, die einen wertvollen Beitrag zu verantwortungsvollem Umgang mit Kleidung leisten.
Unsere erste Station war der Caritasladen, kurz Carla genannt, wo gebrauchte und auch neue oder neuwertige Kleidungsstücke verkauft werden. Mit zuvor gemeinsam aufgeschriebenen Fragen ausgerüstet machten wir uns auf den Weg. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und konnten alle unsere Fragen stellen. Danach stöberten wir auch selbst ein wenig und wurden auch fündig. Besonders viel Freude hatte Leo, der sich einen Hut, ein Trachtenhemd und eine Krawatte kaufte. Als Dankeschön für die freundliche Führung gestalteten wir - zurück in der Schule - eine Dankeskarte mit einem Foto von uns und überreichten sie mit einem selbstgemachten Glas Kirschenkompott am Ende unserer Projektzeit.
Unser zweites Ziel war die Wäscherei Maria Rebernik, ein Familienbetrieb, der bereits seit vielen Jahren besteht. Auch hier konnten wir unsere vorbereiteten Fragen stellen und sogar das "Bügelmännchen", wie wir es nennen, in Aktion sehen.
Wir sind dankbar, dass es in unserer unmittelbaren Schulnähe zwei Betriebe gibt, die einen Beitrag dazu leisten, dass Kleidung nicht einfach am Müll landet, sondern weiterverkauft bzw. gereinigt wird.
Danke auch an die Wasser-Projektgruppe, die uns zu ihrem Lehrausgang in die Kläranlage mitgenommen hat. Denn wo Kleidung produziert wird, entsteht Abwasser - es war also für uns eine thematisch wertvolle Ergänzung. Wie schön wäre es, wenn auch in Bangladesch oder anderen Ländern so umweltbewusst mit Abwasser umgegangen werden würde.
Für uns bleibt die Erkenntnis: Wir müssen uns Gedanken machen! Denn nur wenn wir uns Gedanken machen - über noch so normale und selbstverständliche Dinge wie das Gewand, das wir tragen -, können wir unser Bewusstsein erweitern und hinter die Fassade blicken.
Wir haben nur einen Planeten. Er ist in Gottes Hand, aber auch in unserer Hand.